Party in den Ruinen, veganer Street Food oder fancy Rooftop Bar? Ein Besuch in der geschichtsträchtigen ungarischen Hauptstadt Budapest.

Sven | 8. Mai 2018

Die von der Donau in zwei geteilte 1.7 Millionen Stadt mit dem westlichen Buda und dem östlichen Pest ist ein Ort den man beim ersten Besuch nicht so richtig fassen kann. Wir hätten gerne einen Ungaren um Hilfe gebeten, doch das Stadtzentrum scheinen die Einwohner über das Wochenende lieber den unzähligen englischen Bachelor-Gruppen, asiatischen Pauschalreisenden und den Pennern in den U-Bahn-Gängen zu überlassen. Wer sich allerdings einen Moment Zeit lässt und die Stadt zu Fuss oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln über dem Boden entdeckt, wird sich schon bald in Budapest verlieben und vielleicht sogar dem ein oder anderen Ungaren begegnen.

Das Frühstück

Auf dem Boulevard der Haupteinkaufsstrassen locken viele Restaurants mit ungarischen
Spezialitäten. Don’t do it. Ausser teures Import Bier und eine schlechte Bedienung wird euch nichts in Errinerung bleiben. Unser Weg führte uns als erstes zum Hipster-Frühstück ins fekete. Hier gibt es Batch Brew, Matcha Latte, Avocado-Spiegelei-Toast, veganer Schoko-Bananen-Cake und eine nicht schlechte, aber verwirrte Bedienung. Wer eher das Champagner-Frühstück mit Electro-Musik und gutem Table Service bevorzugt, ist im Montenegroi gut aufgehoben. Prosecco mit Spiegelei und Speck oder ein Omelette mit einem guten Glas Wein vor 12.00 Uhr Mittags? Kein Problem für die sehr zuvorkommende Bedienung. Für den Profi-Touristen ist das New York Cafe ein Muss. Früher ein bevorzugter Ort berühmter Schriftsteller, heute Heimat von bourgeoisen Touristen sowie Instagram-Starlets und -wannabes. Hier mal die ersten zwei Posts, wenn man auf Instagram #newyorkcafebudapest eingibt…





Bester Aussichtspunkt

Wer hoch hinaus will, kann sich die Reise auf den Gellértberg sparen und stattdessen seine Aussicht mit einem frisch gemachten Cocktail im Stadtinneren geniessen. Die 360 Bar bietet ab 14.00 Uhr einen gediegenen Rooftop Rundumblick über Budapest und gute Drinks zu nicht mehr so ganz ungarischen Preisen. Trotzdem sehr nice.

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Kert / Jewish District

Gegen den Abend empfehlen wir eine Tour durch den in Pest gelegenen Jewish District – die Heimat von haushohen Graffiti, kleinen Eisdielen und den vielleicht schönsten improvisierten Food- und Partytempeln Europas; den Ruin Bars oder Kert, wie sie die Einwohner nennen. Einen Ungaren wirst du hier (vor der Bar) wahrscheinlich wieder nicht treffen, dafür bieten die Bars und Street Food Höfe Instagram Material für die nächsten 1000 Posts. Für die besten Fotos ist Szimpla dein Platz. Gleich daneben liegt der Street & Beer Garden. Hier gibt es von ungarischer Gulasch, bis hin zu veganen Burgern und Smoothies alles was dein Magen begehrt. Für alle Nachteulen bietet das …. eine Heimat. Dieser Schuppen ist so gross, dass er eine Konzerthalle, ein Electro-Keller, einen Rock-Floor, einen Hip-Hop-Club, eine Pizzeria plus mindestens 20 Bars sein Eigen nennt. In der Mitte des Ganzen, dient ein riesiger Innenhof als Orientierungspunkt und Laufsteg für alle Arten von Selbstdarstellern, Zirkusfiguren und – ohne die geht’s nie – englischen Bachelor-Gruppen. Alle Ruin Bars findest du hier.





Tourist Spots

Perfekt inszenierte Spontanität. Asiatisches Paar vor der Fisherman’s Bastion.

Sehenswürdigkeiten sind, wie in allen europäischen Städten, ein Tummelplatz für asiatische Touristen. Wir empfehlen daher früh mit der U-Bahn nach Déli pályaudvar (rote Linie) zu fahren und sich durch die Parks von hinten den Wahrzeichen Matthews Church, Fisherman’s Bastion und Castle Hill zu nähern.

Shopping

Alle Shopping Addicts steigen bei der U-Bahn Station Opera aus und kämpfen sich von da an Richtung
Donau. Zieht man nach dem Riesenrad nach links findet man den FOOTSHOP Sneaker Store – die Heimat des gehobenen Sneaker Heads. Hier ist der Sneaker kaufbarer Wunschtraum und Museeumsstück zu gleich. Der FOOTSHOP releast in Zusammenarbeit mit Künstlern und Marken übrigens auch sehr Rare Stücke, wie zum Beispiel dieses Baby.

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Pack die Badehose ein

In Budapest haben Thermalbäder eine lange Tradition. Daher erstaunt es nicht, dass es Bäder für jeden Typ Mensch gibt. Für Instagramers und Party-hungrige eignet sich das Széchenyi. Am Tag ist der kunstvolle Altbau mit dem Kuppeldach ein beliebtes Ziel von Fotografen. Jeden Samstag Abend steigt hier zudem eine Party mit dem Namen SPArty (unglaubliches Wortspiel). Wer gerne herausgeputzte Teenies und noch mehr englische Bachelor-Gruppen sehen will, sollte sich dieses Rimini der Thermen nicht entgehen lassen. Für alle anderen gibt es gefühlte 20 andere Thermalbäder. Eines davon hat in der Nacht auch ohne Party bis 04.00 Uhr offen.





Infos Budapest

Preise Essen / Trinken
5 dl Bier in der Bar – 2 €
Street Food Gulasch – 3 €
Slice Pizza – 2 €
Veganer Hipster-Kuchen – 2 €
2 dl Glas Rooftop Caipirinha – 6 €

Preise ÖV
Wir empfehlen dir eine Budapest Card für 24 Stunden (19 €), 48 Stunden (29 €) oder
72 Stunden (37 €). Das Ding kostet ein wenig mehr als die normale Tageskarte, hat aber recht brauchbare Verbilligungen und freie Eintritte schon dabei.

Sziget Festival
Budapest ist die Heimat von einem der besten Open Airs Europas. Das Sziget auf der gleichnamigen Insel mitten in der Donau findet dieses Jahr vom 8. – 15. August statt und hat in seinem Line-Up Namen wie Kenrick Lamar oder die Gorillaz.

Wie hin?
Spar dir der Umwelt zu Liebe das Flugzeug und reise mit Bus oder Bahn über Nacht.

Wir wünschen allen eine gute Reise.

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