Kino Review: «Bad Times at the El Royale»

Sieben Fremde treffen an einem mysteriösen und geheimnisvollen Ort aufeinander und diese Begegnung verändert das Dasein jedes Einzelnen. Aus dieser eher seichten  Ausgangslage, schafft Regisseur Drew Goddard ein Neo-Noir-Mystery-Thriller, der ziemlich Eindruck hinterlässt. 

Mirjam Rodehacke | 10. Oktober 2018

 

Ein Verkäufer, ein Priester und eine Sängerin gehen in ein Hotel… Nein, dies ist nicht der Beginn der Sorte von altem Witz, welcher schon tausendfach erzählt und mittlerweile mindestens so oft müde belächelt wurde. Diese Geschichte führt uns ganz woanders hin – und dies zeigt sich eindeutig schneller als das Unvermögen einer schlechten Pointe: 1969, das Hotel El Royal, welches sich zwischen den Staaten Kalifornien und Nevada befindet, hat seine besten Zeiten bereits hinter sich. Obwohl es eigentlich noch immer eine ziemliche Augenweide ist, lässt es betreffend regelmässiger Wartung und gewinnbringendem Besuch deutlich zu wünschen übrig. Dennoch verschlägt es scheinbar zufällig, und für den einsamen Portier unübersehbar überfordernd, gleich mehrere Leute aus verschiedensten Gründen in dieses Hotel, das zudem seine ganz eigenen Geheimnisse verbirgt.





Obwohl sich die komplette und komplexe Handlung praktisch nur in dem mystischen El Royale abspielt, kommt in den 140 Minuten nie Langeweile auf. Denn die einzelnen Handlungsstränge um die Protagonisten werden nicht unnötig in der Luft Hängen gelassen (wie dies beispielsweise leider bei «Hotel Artemis» der Fall war), sondern werden clever angerissen und genau so weit erzählt, dass keine quälenden Fragen übrig bleiben und auch kein nervender Informationsüberfluss entsteht. So wird der Spannungsbogen durch die geschickt eingefädelte Auseinanderschälung bis zum inneren Kern, der komplex verwobenen Story, stets aufrecht gehalten und führt schliesslich in eine stimmige, wenn auch ziemlich dramatische, Auflösung.

Verlosung (nur Schweiz)

Zum Kinostart von «Bad Times at the El Royal» verlosen wir 3 x je ein Goodie Set bestehend aus 1x Coaster, 1x T-Shirt und 1 x 2 Tickets. Markiere einfach dein Kinodate in der Kommentarspalte unter dem Facebook Post. Viel Glück.

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BEWERTUNG

Grossartiger Soundtrack, berührende Darbietungen und ein verblüffend ausgeklügeltes Storytelling - so könnte man «Bad Times at the El Royal» wohl auf die kürzeste Weise beschreiben. Denn es ist ein Film, der vieles will und vieles kann: Was zunächst leichtfüssig und witzig beginnt, gleitet auf einen Schlag plötzlich in eine subtile Ernsthaftigkeit hinein, die sich von da an, wie ein roter Faden durch den ganzen Streifen zieht und somit das alles zusammenhaltende Konstrukt bildet. Trotz diesem bleibenden Unterton, gelingt es Goddard immer wieder, gekonnt zusätzliche Emotionen hervorzurufen, indem er für ausgewählte, kurze Momente sorgt, die entweder total lustig, schaurig düster, schmerzhaft traurig oder inspirierend tiefgründig sind. Egal, welcher Ton der Regisseur und Drehbuchautor auch anschlägt, es wirkt stets glaubwürdig - geradezu beklemmend echt. Punkteabzug gibt es meinerseits einzig für das Outfit von Chris Hemsworth: Dass dieser zugegebenermassen ziemlich gut aussehende Typ ausschliesslich oben ohne rumläuft, hätte der Film definitiv nicht nötig gehabt. Denn dies wirkt ironischerweise fast etwas gezwungen «kostümiert» und lässt seine Rolle nicht glaubwürdiger aussehen. Immerhin bietet der Film allemal genug Stoff für Auge, Herz und Kopf.

8.0

Punkte

8

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