Kino Review: «A Star Is Born»

Bradley Cooper und Lady Gaga in den Hauptrollen, eine Geschichte um wahre Werte, romantische Liebesgesten und legendäre Leidenschaft…  Ein zeitloses Meisterwerk und sicherlich ein Oscar-Kandidat für mehreren Kategorien! Oder etwa nicht? Oben Story und Trailer, unten unser Review. 

Farina Uno | 4. Oktober 2018

Story

In dieser Neufassung der tragischen Lovestory verkörpert Cooper den Country-Musik-Star Jackson Maine, der eine begabte Unbekannte namens Ally (Gaga) entdeckt und sich in sie verliebt. Sie hat ihren Traum von der grossen Gesangskarriere schon fast aufgegeben, doch jetzt drängt Jack sie ins Rampenlicht. Während sie über Nacht zum Star aufsteigt, gerät die private Beziehung der beiden in eine Krise, weil Jack den Kampf gegen seine inneren Dämonen zu verlieren droht.





 

BEWERTUNG

Bradley Cooper und Lady Gaga in den Hauptrollen, eine Geschichte um wahre Werte, romantische Liebesgesten und legendäre Leidenschaft…  Ein zeitloses Meisterwerk und sicherlich ein Oscar-Kandidat in mehreren Kategorien! Oder etwa nicht?


Lasst euch von diesem Hollywoodstreifen nicht täuschen, denn die dritte Neufassung des Klassikers «A Star Is Born» aus dem Jahre 1937 ist nichts anderes als ein lauwarmes Remake, das schnell zur Frage führt, hat sich die USA in all den Jahren denn nicht weiterentwickelt? Denn Jackson Maine (Bradley Cooper) lebt den amerikanischen Traum, spielt auf grossen Bühnen seinen Cowboy-Rock, ist sich und seiner Flasche Whisky stets selbst treu und landet, in einem seiner alkoholbedingten Abstürze, bei einer Show seiner zukünftigen Liebe Ally (Lady Gaga).
Während er den Rausch bis zum bitteren Ende beibehält, wächst die Liebe zwischen den beiden Konservenfiguren weiter und findet seinen Höhepunkt in einer fulminanten Eheschliessung - Ehe heisst in diesem Fall, dass fundamentale Kommunikation keine grosse Rolle spielt. Das dramatische Ende dieser Liebelei hat dann auch, meinungsfreiheitlich gesehen, nicht mit einem liebenden Opfer zu tun, sondern mit fatalen Vertrauenslücken. Achtet euch darauf, wenn ihr den Film anschaut, denn dieses Liebe-Freude-Ehegetue weist einige Schwachpunkte auf, die dem ganzen eine Fremdschämnote verleihen. Die ganze Veränderung, die Ally während ihres Star-Werdegangs mitmacht (obwohl sie sich doch eigentlich geschworen hatte, so zu bleiben wie sie ist), ist nicht nur Jack ein Stich ins Herz, sondern hoffentlich auch dem ganzen Publikum. Doch wer braucht schon Prinzipien? Diese werden sowieso gebrochen und scheinbar ohne jegliche Konsequenzen weggesteckt. Über die Regie selbst lässt sich auch streiten, jedoch darf man da ruhig etwas gnädig sein, denn es ist wohl nicht so einfach, die männliche Hauptrolle und Regie gleichzeitig zu übernehmen. Kommen wir zum restlichen Cast. Abgesehen von Lady Gaga ist keine weibliche Schauspielerin nennenswert oder vorhanden, ich denke man spricht da eher von Statistinnen. Gaga spielt ihre Rolle aber hervorragend. Dies hat aber weniger mit schauspielerischem Talent zu tun, als mit einem guten Casting. Der Lichtblick, ist der wieder auferstandene Dave Chapelle, der ja im richtigen Leben selbst nicht klar kam mit seinem Ruhm. Er spielt im Film einen einfachen Charakter, der die kleinen Dinge im Leben schätzt. Vielleicht würden «A Star Is Born» solche Figuren gut tun. Vielleicht auch der USA.

5.0

Punkte

5

Tags:

Ähnliche Artikel

Kino Review: «Female Pleasure»

Der Schweizer Dokumentarfilm Female Pleasure erzählt von weiblicher Lust und Frausein in einer Welt, ...

ISOLA: Wenn Lebensfreude auf Melancholy trifft

Drei Minuten gelebte Poesie: Tänzer Léo Walk wurde von Regisseur Neels Castillon in Sardinien ...

Schau dir den ersten Trailer zu Will Smiths Action-Fantasy-Spektakel «Bright» an!

Netflix veröffentlichte im Rahmen der Comic-Con San Diego den ersten Trailer zum $100 Mio.-Projekt ...