«Emma» – Die Kunst zu sehen, ohne sehen zu können

Das humoristische Drama um eine blinde Osteopathin und einen Playboy einer Werbeagentur erzählt die Geschichte der Protagonisten, die trotz völlig unterschiedlicher Weltanschauung zueinanderfinden. Obwohl die Rahmenhandlung ziemlich absehbar ist, gibt es dennoch einige einfallsreiche Inputs, die auch nach der letzten Szene noch nachhallen. 

Mirjam Rodehacke | 23.04.2018

Emma wurde bereits als Teenager blind, ist aber keineswegs ein Opfer ihrer körperlichen  Einschränkung. Im Gegenteil; ihre vermeintliche Schwäche hat sie im Laufe ihres Lebens als eine Stärke weiterentwickelt, die ihr ermöglicht unabhängig sowie erfüllt ihren Weg zu gehen. So kann Emma dadurch die Welt in ihren tiefgründigsten und ehrlichsten Facetten «sehen», ohne sich von Oberflächlichkeiten beirren zu lassen. Teo hingegen scheint zwar ebenfalls zufrieden mit seinem Leben zu sein, ist es aber nicht wirklich, da er sich nie richtig auf etwas einlassen kann und ständig auf der Flucht ist: Vor seiner Vergangenheit und Familie, vor dem Zusammenziehen mit seiner Freundin und vor emotionaler Nähe. Doch Emma berührt Teo schliesslich wahrhaftig und lässt in ihm eine Veränderung zu, die auch die Zuschauer nicht kalt lässt.


 




BEWERTUNG

Das Drama von Silvio Soldini stellt die Stärken und Schwächen seiner Hauptfiguren auf eine teils bewundernswerte und auch nachvollziehbare Art in den Mittelpunkt. Dabei verliert der Streifen aber weder an Humor oder an seiner Leichtigkeit. Auch wenn das Ende, sowie manche Stellen davor, oft mehr mit Klischees als Originalität arbeiten, gelingt es dem Film trotzdem immer wieder, sich mit wirklich inspirierenden Momenten vom Einheitsbrei der Massenware abzuheben.

7.0

7

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